11. Februar 2013

Rücktritt: Papst Benedikt (Joseph Ratzinger) gibt sein Pontifikat auf

Papst Benedikt XVI. tritt zurück. Er wird sein Pontifikat am 28. Februar 2013 aufgeben.

Papst Benedikt XVI. gibt sein Pontifikat am 28. Februar ab. Das teilte der 85-jährige Joseph Ratzinger am Montag überraschend während eines öffentlichen Konsistoriums in Rom mit. Er kündigte seine ungewöhnliche Entscheidung in lateinischer Sprache an. Lesen Sie hier die Rücktritts-Erklärung von Papst Benedikt im Wortlaut.

Der Rücktritt des Papstes ist im Kanon 332, Paragraph zwei des Kirchenrechts geregelt. Dort steht, dass der Papst zurücktreten darf, wann immer er will. Er muss dafür niemanden um Erlaubnis fragen.Rücktritte eines Papstes waren in der Kirchengeschichte sehr selten. Meist erfolgten sie nur unter massivem Druck von außen.

Nach telefonischer Anfrage der Wellness Heaven® Redaktion hat der Vatikan bestätigt: Papst Benedikt XVI. tritt am 28. Februar zurück.

Die Rücktritts-Erklärung des Papstes im Wortlaut

„Liebe Mitbrüder! Ich habe euch zu diesem Konsistorium nicht nur wegen drei Heiligsprechungen zusammengerufen, sondern auch, um euch eine Entscheidung von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche mitzuteilen. Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.

Ich bin mir sehr bewusst, dass dieser Dienst wegen seines geistlichen Wesens nicht nur durch Taten und Worte ausgeübt werden darf, sondern nicht weniger durch Leiden und durch Gebet. Aber die Welt, die sich so schnell verändert, wird heute durch Fragen, die für das Leben des Glaubens von großer Bedeutung sind, hin- und hergeworfen. Um trotzdem das Schifflein Petri zu steuern und das Evangelium zu verkünden, ist sowohl die Kraft des Körpers als auch die Kraft des Geistes notwendig, eine Kraft, die in den vergangenen Monaten in mir derart abgenommen hat, dass ich mein Unvermögen erkennen muss, den mir anvertrauten Dienst weiter gut auszuführen.

Im Bewusstsein des Ernstes dieses Aktes erkläre ich daher mit voller Freiheit, auf das Amt des Bischofs von Rom, des Nachfolgers Petri, das mir durch die Hand der Kardinäle am 19. April 2005 anvertraut wurde, zu verzichten, so dass ab dem 28. Februar 2013, um 20 Uhr, der Bischofssitz von Rom, der Stuhl des heiligen Petrus, vakant sein wird und von denen, in deren Zuständigkeit es fällt, das Konklave zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen werden muss.

Liebe Mitbrüder, ich danke euch von ganzem Herzen für alle Liebe und Arbeit, womit ihr mit mir die Last meines Amtes getragen habt, und ich bitte euch um Verzeihung für alle meine Fehler. Nun wollen wir die Heilige Kirche der Sorge des höchsten Hirten, unseres Herrn Jesus Christus, anempfehlen. Und bitten wir seine heilige Mutter Maria, damit sie den Kardinälen bei der Wahl des neuen Papstes mit ihrer mütterlichen Güte beistehe. Was mich selbst betrifft, so möchte ich auch in Zukunft der Heiligen Kirche Gottes mit ganzem Herzen durch ein Leben im Gebet dienen.“

Die Sedisvakanz von Papst Benedikt wird also ab dem 28. Februar 2013 um 20 Uhr eintreten. Neuwahlen des Papstes sind dann unumgänglich.

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Autor: Tassilo Keilmann am 11.02.2013 um 13:08